Jugendmusikfest Sachsen-Anhalt

19.09.-04.10.2020

Teilnehmer 2020

Manuel Lipstein

 

Der Cellist und Komponist Manuel Lipstein ist erst neunzehn Jahre alt, reist aber bereits quer durch Europa und in Länder wie Japan, China und Armenien, wo er die renommiertesten Säle bespielt, darunter die Elbphilharmonie Hamburg, die Beijing Concert Hall und den Herkulessaal München.
Er trat mit Orchestern wie dem WDR- Sinfonieorchester und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen auf.
Außerdem wurde Manuel Lipstein Preisträger angesehener Wettbewerbe, u. a. beim Concours Flame in Paris, beim TONALi-Musikwettbewerb und beim WDR 3 Klassikpreis.
Schon 2011 im Alter von nur zehn Jahren wurde er Jungstudent bei Prof. Katharina Deserno an der Musikhochschule Köln, wo er von 2015 bis 2019 sein Jungstudium bei Prof. Maria Kliegel fortsetzte.
Im Herbst 2019 begann er sein Bachelor-Studium bei Prof. Frans Helmerson an der Kronberg Academy der Musikhochschule Frankfurt am Main, wo er seit Januar 2020 ebenfalls Kompositionsunterricht bei Prof. Gerhard Müller-Hornbach erhält und seit April 2020 Dirigierunterricht bei Prof. Vassilis Christopoulos.
Als Komponist trat Manuel Lipstein unter anderem beim AchtBrücken- Festival in Köln, beim BTHVN-Festival in Bonn und beim Aurora-Festival in Schweden auf. Für seine Werke erhielt er bereits mehrere Landes- und Bundespreise bei „Jugend Komponiert“.
Eine Komposition wurde zum Pflichtstück des ERPS-Wettbewerbs in Bozen nominiert und verschiedene Werke für Violoncello solo, Blockflöte solo und Klavier solo sind bei den
Editionen Walhall (Magdeburg) und Musica Ferrum (London) verlegt.
 
Fallen Leaves

Meine Komposition „Fallen Leaves“ habe ich im Herbst begonnen, inspiriert vom faszinierenden Wandel der Jahreszeiten.

Bunte Blätter fallen wie gewohnt von den Bäumen hinunter und wunderbar ist es zu betrachten, wie sie den Boden verzieren. Gefallene Blätter, also fallen leaves, scheinen bloß zu ruhen und friedlich dem Grund Farbe zu verleihen, doch bald schon verändern sie sich: Sie werden braun und welk, während sie alles in Haufen bedecken, ganz gleich ob Wiese, Teich oder Waldboden. Der Wind bringt sie von einem Ort zum anderen und der Herbststurm lässt auch nicht lange auf sich warten. Wenn er von Regen und Hagel unterstützt umherpeitscht,wirbeln die Blätter nur so umher. Sie führen fast ein Eigenleben, das jedoch schleichend und kaum merkbar erlischt, bis die Herbstblätter schließlich ganz verschwunden sind.

Das Werk besteht, angelehnt an das chinesische Konzept der Fünf Elemente, aus fünf verschiedenen Phasen, welche durch rein perkussive Überleitungen jeweils voneinander getrennt werden. Fallen Leaves beginnt mit einem improvisatorischen Pizzicato-Solo von Cello und Kontrabass, unterstützt durch das Schlagwerk. Anschließend verdichtet sich die Musik immer weiter bis zum lebhaften dritten Abschnitt hin, worauf sie allmählich wieder abschwillt und schließlich am Ende ruhig verklingt, wie die gefallenen Herbstblätter.

Aufgrund meiner Faszination über die Thematisierung der Natur in fernöstlicher Musik, bediene ich mich in meiner Komposition neben anderen Mitteln einer ostasiatisch inspirierten Tonsprache, beispielsweise durch die Verwendung bestimmter Skalen und einer Motivik, die für das japanische Zupfinstrument Koto typisch ist.

Romain Gachot

 

Ich wurde 2005 in Schiltigheim in Frankreich geboren. Zurzeit bin ich  Schüler im Collège Louis Pasteur in der 9. Klasse. Seit 9 Jahren spiele ich Trompete und seit 7 Jahren bin ich Schüler im Conservatoire de Strasbourg. Ich komponiere seit 4 Jahren, zuerst besuchte ich die Kompositions Workshops von Annette Schlünz im Conservatoire, und seit 2 Jahren arbeite ich mit ihr im Atelier Komposition.

Mélange

In meinem  Stück „Mélange“, wollte ich meine eher Klassischen Schreibtstil mit einem zeitgemäßen Stil mischen. Es gibt mehrere sehr unterschiedliche Teile, in denen die Tempi, die Melodien und die Instrumente, welche spielen, variieren.
Am Anfang des Stückes wollte ich einen dunklen und ergreifenden Charakter beschreiben.
Welcher immer intensiver wird und sich nach und nach beschleunigt, um am Ende des ersten Teils zu explodieren.
 

Ève Georges

 

 

Ich bin in Paris am 4. November 2001 geboren. Ich bin also vor kurzem 18 geworden. Die Musik gehört schon seit meiner Geburt zu meinem Leben. Ich habe mein Musikstudium in einer kleinen Musikschule in Avallon (Burgund) begonnen.
Dort habe ich Klarinette, später Klavier und Geige (während eines Jahrs) gelernt. Ich
tanzte und spielte auch Theater in dieser dynamischen Schule. 2016 wurde ich in der
Musikschule von Dijon mit Klarinette als Hauptinstrument akzeptiert. Dort studierte ich auch Deutsch in der Abibac-Klasse. 2019 habe ich mich in Straßburg niedergelassen, um noch mehr Musik zu machen. Seit diesem Jahr bin ich also Studentin in der „Cité de la Musique et de la Danse de Strasbourg“ und studiere gleichzeitig Deutsch in der Universität. Nachdem ich Klarinette, Klavier und Geige gelernt habe, entdeckte ich die Komposition. Die Komposition ist für mich eine schöne Art, meine Gefühle auszudrücken. Sie stellt auch eine Alternative zu dem Schreiben dar. Ohne verständliche Wörter sind die Klänge der Musik oft expressiver
und überzeugender. Was für mich auch wichtig in der Komposition ist, ist die Schaffung von neuen Konzepten, die dank eigener geschöpfter Regeln ihren Sinn finden können. Meine Einzigartigkeit ist, eine schon prägende angeborene „Regel“ zu haben. Ich bin eine Synästhetikerin. Alles, was ich lese, sehe ich in Farben : die Buchstaben, die Ziffern, die Noten. Komponieren ist für mich mehr, als nur Musik zu schreiben. Es ist, ein Gemälde mit verschiedenen Farben, Tönen, Dynamiken und Eindrücken zu malen.
Beim Komponieren schreibe, höre, spiele und male ich.
 

Jeu de notes

Das Stück habe ich während des ganzen Monats Mai 2018 geschrieben.
Zu dieser Zeit studierte ich in dem Gymnasium (Abibac) und in der Musikschule von Dijon.
Ich hatte also weniger Zeit für mich - weniger Zeit, bis auf die Wochenenden, wo ich
an meinem Schreibtisch und an meinem Klavier saß.
Ich komponierte manchmal fünf Stunden, ohne die Zeit zu bemerken. Dieses Werk war meine erste „Musik für ein Orchester“. Ich komponierte davor für Klavier und Gesang. Ich habe das Stück „Jeu de notes“ genannt, das man mit „Notenspiel“ übersetzen kann, da es ein Spiel für
mich war, alle Themen, die ich geschrieben habe, zu verbinden, und auch, da die Farben, die ich sehe, wie ein Spiel für die Noten waren. Außerdem ist das Werk in einem ziemlich strengen und gleichen harmonischen Rahmen gebaut. Ich wollte versuchen, die Langweile der Eintönigkeit zu überwinden und sie in eine gefühlsmäßige Geschichte zu transformieren. Ich hoffe jetzt, dass diese Geschichte ihr Publikum finden wird.

Johannes Wiedenhofer

Johannes Wiedenhofer wurde 2005 in München geboren und lebt in der Nähe von
Freising (Bayern), wo er die 9. Klasse eines musischen Gymnasiums besucht.
Bereits im Grundschulalter begann er sich neben dem praktischen Musizieren auch für Musiktheorie und Komposition zu interessieren. Er singt seit vielen Jahren in der
Domkantorei Freising und gehört dem 2017 gegründeten Knaben - bzw. Männerensemble „Boice“ an. Außerdem spielt er seit seinem 9. Lebensjahr Klavier und erreichte 2020 einen 1. Preis beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ in der Solowertung Klavier mit einer Weiterleitung zum Landeswettbewerb.
Ebenso erhielt das Ensemble „Boice“ mit einer von Johannes Wiedenhofer verfassen Komposition in der Kategorie „Neue Musik“ im Februar 2020 bei „Jugend musiziert“ einen 1. Preis und eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Als Preisträger desKompositionswettbewerbs „Fanfare“ der Münchener Philharmoniker konnte Johannes Wiedenhofer 2018 zum 125-jährigen Jubiläum mit dem Traditionsorchester eine von ihm komponierte Pausenfanfare einspielen.
Beim Bundeswettbewerb „Jugend komponiert“ wurde Johannes Wiedenhofer 2019 mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Mit seinen Kompositionen erzielte er außerdem in den Jahren 2018, 2019 und 2020 jeweils Preise beim Wettbewerb „Jugend komponiert Bayern“, ausgerichtet von „Jeunesses musicales“. In diesem Rahmen spielte der Oboist Stefan Schilli (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks) im Juni 2020 eine Komposition für Oboe solo für eine Produktion von BR Klassik ein.

Tempesta dell’inverno

In dem Stück „Tempesta dell’inverno“ wird die Entstehung eines Wintersturmes mit starkem Schneefall, das Glitzern des gefallenen Schnees nach dem Sturm und am Ende des Stückes schließlich der Sonnenaufgang beschrieben.
Die Komposition ist von Dvoraks Orchesterstücken inspiriert.
Im ersten Teil baut sich der Sturm ausgehend von einem Fanfarenmotiv auf.
Dabei wird nach dem ersten Aufbäumen des Sturmes ein Thema in den Violoncelli vorgestellt, das sich nach und nach zum ersten großen Orchestertut entwickelt.
Im zweiten Teil setzt dann der Schneefall ein, der nach und nach immer dichter wird.
Dabei wird aus einem Thema, das zwei Flöten vorstellen, ein zweites Orchestertut, das mit voller Kraft in eine Generalpause führt; der Teil endet mit dem sich beruhigenden Rhythmus des Themas, der Schneefall lässt nach.
Der dritte Teil ist deutlich langsamer und schildert das Glitzern des Schnees im Licht des Mondes. In diesem Teil entwickelt sich eine Melodie durch Holzbläsersoli bis zu einer Sologeige, die schließlich ganz alleine in den vierten Teil überleitet.
Dieser Schlussteil schildert wie die ersten Sonnenstrahlen auf den frisch gefallenen Schnee fallen und schließlich die Sonne in ihrer vollen Pracht aufgeht. Dabei führt eine im crescendo nach oben drängende Linie hin zur Wiederkehr der Anfangsfanfare, die jedoch in deutlich größerer Besetzung orchestriert wird. Außerdem wird das wichtigste Material des ersten Teils noch einmal kurz im Orchestertut aufgerollt und zu einem Schluss geführt, der die Winterlandschaft in voller Pracht erscheinen lässt.

Philipp Gaspari

Ich wurde am 24.11.2001 in Graz, Österreich geboren.
Im Mai habe ich die  Matura am BG/BRG Seebacher Gymnasium in Graz abgelegt.
Ich begann erst mit 12 Jahren Klavier zu spielen und gehe diesem Hobby jetzt seit fast sechs Jahren nach. Derzeit besuche ich im dritten Jahr das Johann Joseph Fux Konservatorium in diesem Fach. Seit dreieinhalb Jahren komponiere ich viel und regelmäßig und nehme seit November 2016 am Universitätslehrgang „Komposition für Kinder und Jugendliche“ bei Prof. Helmut Schmidinger an der Kunstuniversität in Graz teil.
Im Rahmen dieses Lehrganges wurden in den letzten Jahren schon einige meiner Stücke uraufgeführt. Ich habe mich auch schon über Uraufführungen im Rahmen der Kompositionswerkstatt des Mozarteums in Salzburg, der Styriarte und des Arnold Schönberg Centers in Wien freuen dürfen. Des Weiteren gewann ich mit meinen Kompositionen den Preis der deutschen Orchesterstiftung bei der 30. Orchesterwerkstatt in Halberstadt und den 1. Jugendpreis des Balduin Sulzer Kompositionswettbewerbs.

 Ein kurzer Lichtblick

Das Stück beginnt mit einer langsamen Einleitung. In ihr wird das Hauptthema des Stückes
sehr leise in den tieferen Registern vorgestellt. Es folgt ein kontrastierender B-Teil, welcher
anfangs ruhig und melodiös gestaltet ist. Dieser wird nach und nach lauter und arbeitet auf
einen kleinen Höhepunkt hin. Die Musik bricht schließlich ab und in einem kurzen Zwischenteil meldet sich wieder das Hauptthema zu Wort. Es folgt ein bewegter Teil, in dem Teile des nun nicht mehr so ruhigen Themas des B-Teils verarbeitet werden. Allerdings werden gelegentlich auch einige Motive des Hauptthemas eingeworfen. Nach einem scheinbaren Höhepunkt beruhigt sich das Geschehen für kurze Zeit. Nun wird alles versucht um die schönere Stimmung des B-Teils zurückzuholen. Scheinbar gelingt dies auch durch den erreichten C-Dur-Akkord (der kurze Lichtblick). Diese schöne Illusion wird jedoch sehr schnell vom gesamten Orchester im nun ersten richtigen Höhepunkt des Stücks zerstört. Nach einer kurzen Entspannungsphase wird das Hauptthema verarbeitet. Auch dieser Prozess endet mit einem Höhepunkt, bevor das Stück in einigen an den Anfang erinnernden Fragmenten verklingt.
„Ein kurzer Lichtblick“ bezieht sich in erster Linie auf den erwähnten C-Dur-Akkord. Allerdings kann auch der ruhigere B-Teil schon als eine Vorstufe des Lichtblicks gesehen werden, denn er wirkt wie ein Ruhepol zwischen den grotesk und mysteriös gestalteten Teilen.
 
Annabelle Vinçon
 
Annabelle Vinçon wurde 1997 in Hagen (Westfalen) geboren und hat im Alter von 5 Jahren
mit dem Violinunterricht begonnen. Es folgten Unterricht in Klavier, Orgel und Gesang auch
im Rahmen der Ausbildung zur C-Kirchenmusikerin. Sie ist als nebenberufliche Organistin
und Chorleiterin tätig. Erfahrungen mit Ensembles konnte sie in zahlreichen Chören und
Orchestern sammeln, u. a. im Saarländischen Landesjugendsymphonieorchester und einer
Jazzcombo, die zweimal beim Internationalen Jazzfestival in St. Ingbert aufgetreten ist. Für
ihre Kompositionen erhielt sie 2017 und 2020 einen Bundespreis sowie 2019 einen
Förderpreis beim Bundeswettbewerb „Jugend komponiert“ und 2018 eine Einladung zur
Kompositionswerkstatt Opus One der Berliner Philharmoniker mit Uraufführung im
Kammermusiksaal der Philharmonie. Seit 2018 studiert sie Lehramt für die Primarstufe in
Saarbrücken, seit 2019 mit Profilfach Musik an der Hochschule für Musik Saar.
 
Eintauchen

Das Eintauchen unter Wasser als solches hat seine charakteristischen Klänge. Das Meer mit
verschiedenen Strömungen, Farben und Spiegelungen ist weit und bietet die Möglichkeit, tief
zu tauchen und auch wieder lange aufzutauchen. Dieses Stück versucht dieses Gesamtbild in
Klänge zu versetzen. Dabei darf nicht fehlen, dass bei genauem Hinsehen oder -hören der ein
oder andere fis-c-h zu erkennen ist.

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