Jugendmusikfest Sachsen-Anhalt

08.09.-30.09.2018

Teilnehmer 2018

Helene Scharfe
Helene Scharfe wurde 2003 in Dresden geboren. Sie erhielt mit sechs Jahren das erste Mal Klavierunterricht.
Seit 2014 nimmt sie Kompositions-unterricht bei Johannes Korndörfer in der Komponistenklasse Dresden. Ihre Stücke für mehrere Instrumente, „Der Hase Blauzahn fährt nach Frankreich“, „Der Riesenbaum erzählt’s der Welt“ und „Am Lagerfeuer“, wurden im Rahmen der Jahres-konzerte der Komponistenklasse 2015 bis 2017 im Fest-spielhaus Dresden-Hellerau uraufgeführt. Für das Stück „Wie klingt wohl der Schnee?“ für kleines Orchester erhielt Helene 2016 bei der 27. Orchesterwerkstatt junger Komponisten in Halberstadt den Preis der Deutschen Orchesterstiftung. Ihre Komposition „Safari“ für Klavier und Sprecher wurde 2016 beim Jugend-Kompositionswettbewerb „Von fremden Ländern und Menschen – Neue musikalische Szenen für Klavier“ ausgezeichnet, der vom Sächsischen Vocalensemble e.V. gemeinsam mit der Komponistenklasse Dresden ausgerufen wurde. 2017 stellte Helene ihre erste Auftragskomposition fertig: Das Stück „Bitten eines Kindes“ wurde bei einem Benefizkonzert von UNICEF Dresden vom Chor „Chortissimo“ in der Kirche Prohlis (Dresden) uraufgeführt.


Am Lagerfeuer
In meinem Stück sollen Sie sich so fühlen, als säßen Sie in geselliger Runde um ein Lagerfeuer.
Sie erleben das erste Aufflackern der Flammen und hören, wie die Zweige im Feuer knistern. Nach einiger Zeit stimmt jemand ein Lied an, das von den anderen aufgenommen wird. Wenn es zu Ende ist, sehen Sie wieder in die Flammen, die nach einem letzten Auflodern kleiner werden und verlöschen.
Das Stück kann man grob in vier Teile untergliedern. Im ersten Teil werden ausschließlich mit einer Handvoll Motive die Flammen des Feuers erschaffen. Anschließend verdichten sich die Töne und ein Motiv gewinnt die Oberhand. Das Feuer ist nun am größten und die Stimmung gut. Auf einmal beginnt die Klarinette ein Lied zu „singen“, in das die anderen Instrumente einstimmen. Wenn es zu Ende ist, kann man wieder die Motive der Flammen wahrnehmen. Langsam wird das Feuer kleiner. Durch unregelmäßiges Zupfen der Streicher wird „Holz nachgelegt“ und die Musik lebt etwas auf. Doch schon bald dünnen die Motive wieder aus, bis sie ganz verklungen sind.

 

Tjarbe Jonathan-Ernst Björkson
Tjarbe Jonathan-Ernst Björkson wurde 2003 in Altenhagen geboren. Seinen ersten Violin-Unterrricht erhielt er 2008 an der Musikschule Wunstorf. Eingeschult wurde er 2010 in der Stadtschule Wunstorf, seit 2014 besucht er dort das Hölty-Gymnasium. Seine ersten Erfahrungen mit Komposition sammelte er in der „Werkstatt junger Komponisten“ der Musik21 in den Jahren 2015 sowie 2016. Tjarbe erhält Klavier-Unterricht bei Tobias Göbel (Wunstorf) und ist Geigenschüler von Elfriede Stahmer (Hannover). Die Aufnahme am Institut für Frühförderung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover erreichte er 2016 im Hauptfach Komposition. Seitdem ist er dort Schüler von Daniel Moreira. Im Rahmen der Landesmusikakademie Niedersachsen 2017 wurde sein Stück für Kammerorchester „Wander Kino“ vom Landesjugendensemble Neue Musik in Wolfenbüttel uraufgeführt. Tjarbe erhielt 2016, 2017 und 2018 den Förderpreis „Jugend komponiert“ der Jeunesses Musicales.

 

Dreißig Namen für Fluss
Der Name der Komposition bezieht sich auf die Hydronymie, die Lehre von den Gewässernamen, in welcher davon ausgegangen wird, dass Gewässernamen älter als Siedlungsnamen sind und meistens nur so etwas wie „Fluss“ bedeuten (oder ähnliches wie z.B. Bach, Wasser). Wie die Namen sich ändern, so ändert sich auch hier das Thema. Es durchläuft verschiedene Stadien. Es verändert sich, wie ein Fluss sich in seinem Lauf zum Meer verändert. Außerdem taucht der Grundgedanke, das Anfangsmotiv, ständig wieder auf. Er durchfließt das ganze Stück wie eine Landschaft.

Das Motiv in Takt eins, vorgetragen von einer Sologeige, ist der mythische Grundgedanke „Wasser“, sozusagen das Ur-Wort. Schon das Klarinettensolo daraufhin und der Flöten-Einsatz sind eine Umspielung, Variation, Fortspinnung des Wortes. Auch die Streicherfläche stellt einen Fluss dar. So wie der Fluss immer derselbe und immer ein anderer ist, formt sich das Wort fort zu neuen Wörtern. Sie alle heißen Fluss, alle Namen stammen aus einem Namen.

 

Christian Brandenburger
Christian Brandenburger wurde 2004 in Bonn geboren. Dort ist er Schüler am Kardinal-Frings-Gymnasium. Seit 2009 erhält er Klavierunterricht bei Christine Gerwig und Efraín González (Königswinter). Seit 2012 erhält er Kompositionsunterricht bei Thomas Taxus Beck an der Rheinischen Musikschule Kö ln. Seit 2013 hat er zusätzlich Orgelunterricht bei Michael Bottenhorn (Bonn). Christian Brandenburger ist mehrfacher Preisträger bei „Jugend musiziert“ in Regional- und Landeswettbewerben (Klavier solo, Orgel solo, verschiedene Duos) und weiteren Klavierwettbewerben, erster Preisträger bei „Jugend komponiert NRW“ 2013, 2015 und 2017 sowie dreimaliger Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend komponiert“. Bei der Orchesterwerkstatt Halberstadt 2017 erhielt er den Preis der Deutschen Orchesterstiftung.


Landschaften – Traumlandschaft
In diesem Werk der Kompositionsreihe „Landschaften“ wird, wie in den vorhergegangenen Stücken der Reihe, eine Landschaft beschrieben. In diesem Falle ist es jedoch keine real existierende, sondern eine fiktive. Diese Traumlandschaft ist auch keine statische und nicht veränderliche Landschaft, weshalb das Stück auch immer wieder zwischen verschiedenen Klängen und Formen hin- und herwechselt; mal ist es ruhig, mal unsicher, aber auch immer wieder beängstigend, wie in einem Albtraum. Da die Thematik frei gewählt ist, wird das Stück in der zweiten, freien Kategorie eingereicht.

Das Stück beginnt ruhig, aber auch ein wenig mysteriös, später wird es immer bizarrer, was durch den Einsatz von modernen Spieltechniken (Klappenschläge, Windgeräusche, Pitch Bendings) und Vierteltönen dargestellt wird. Plötzlich gibt es einen aggressiven Ausbruch, der schließlich in einer brutal gehämmerten Folge von Triolen endet. Danach gibt es eine Art Reminiszenz an den Anfang, bevor das Stück erneut losbricht, sich dieser Ausbruch aber nach wenigen Takten erschöpft. Darauf folgt ein eher düsterer Teil, in dem wieder vereinzelt die vorher verwendeten modernen Spieltechniken eingesetzt werden. Den Schlussteil bildet wieder ein aggressiver und energiegeladener Teil, der einen Albtraum darstellen kann. Wenige Takte vor Schluss gibt es einen trügerisch entspannten Akkord, bevor sich das Stück noch einmal aufschaukelt und dann plötzlich abbricht – sozusagen ein „Aufwachen“ aus dem Traum.

 

Felix Gerstner
Felix Gerstner wurde 2006 in Hattersheim geboren. Seinen ersten musikalischen Zugang fand er im Alter von 4 Jahren über das Klavierspielen und lernte die ersten Jahre bei Marta Waluga. Bei „Jugend musiziert“ und weiteren Wettbewerben gewann Felix mehrere Preise. Seit 2018 wird er von Elena Stern-Beijlis betreut. Er nimmt außerdem Violinunterricht bei Michael Rausch. Schon früh komponierte Felix auf einem Niveau, welches es ihm erlaubte, seine eigenen Stücke auch bei hochkarätigen Klavierwettbewerben aufzuführen.
Mit 10 Jahren erhielt er eine Sondergenehmigung zur Teilnahme beim Bundeswettbewerb „Jugend komponiert“, seither wird er kompositorisch von Prof. Gerhard Müller-Hornbach unterrichtet. 2017 wurde er Doppelpreisträger beim Landeswettbewerb „Jugend komponiert“, 2018 der jüngste Preisträger beim gleichnamigen Bundeswettbewerb. Das besondere Interesse von Felix gilt der Synthese von chinesischen und westlichen Elementen in der Musik. In beiden Kulturen aufwachsend, dienen seine Erfahrungen im Reich der Mitte als Impulse für Kompositionen. Ferner integriert er immer wieder die klassischen chinesischen Musikinstrumente in seine Werke, um auf diese Weise eine Brücke zu schlagen.


Armonia Scacci op. 90
Eine der berühmtesten Schachpartien der Schachgeschichte wurde 1858 zwischen Paul Morphy und dem Grafen von Braunschweig und d'Isoard während einer Aufführung von „Der Barbier von Sevilla“ in einer Loge der Pariser Oper gespielt. Sie besitzt eine besondere Ästhetik, da es Morphy gelingt, alle seine Figuren optimal einzubeziehen und am Ende durch ein spektakuläres Opfer das Schachmatt zu erzielen. Paul Morphy schafft ein Kunstwerk, indem er aus den unterschiedlichen Gangarten seiner Figuren eine großartige Einheit entfaltet.

Bei der Betrachtung eines Sinfonieorchesters mit seinen unterschiedlichen Instrumenten und Klangfarben kamen mir die Parallelen zu dieser Schachpartie in den Sinn. In meinem Werk habe ich deshalb versucht, diese Partie mit einer Orchesterbesetzung zu musikalischem Leben zu erwecken. Dazu habe ich jeder Schachfigur verschiedene Instrumente zugeordnet. Die Unterschiede der Figuren werden noch dadurch hervorgehoben, dass die Holzbläser meistens auf Viertel- und Achtelpassagen orientiert sind, die Streicher oft tremolieren und bei den Blechbläsern Fanfaren zum Einsatz kommen. Zusätzliche Elemente im Schlagfall, bei einem Schachgebot und zum Schluss beim Schachmatt vervollständigen die Übertragung der Schachpartie in Musik.

Das Stück selbst spiegelt nach einer Einführung die Zugfolge der Partie wider. In derjenigen Reihenfolge, in welcher die Züge gespielt wurden, kommen die Instrumente zum Einsatz. Es beginnt zur Eröffnung langsam in es-Moll. Mit der Positionierung der Figuren nimmt auch das Tempo zu. Motiv 1 sowie die einzelnen Figuren/Instrumente mit ihren Unterschieden werden vorgestellt, Motiv 1 einmal aufgegriffen. Beim ersten Aufeinanderprallen der weißen und schwarzen Figuren nimmt die Dramatik erstmals zu, dargestellt mit einem Wechsel zu b-Moll mit der Vorstellung von Motiv 2. Mit dem ersten Schachgebot und der herannahenden Gefahr für den schwarzen König beginnt die Durchführung in h-Moll, Rochade und Einsatz der Türme führen zu c-Moll und dem Aufgreifen von Motiv 1. Der Wechsel von den spannungsgeladenen Moll-Tonarten zu Es-Dur leitet den Schlussangriff mit Damenopfer und Schachmatt ein, wobei Motiv 2 wieder zum Einsatz kommt. Der Vorhang fällt mit einem Forte fortissimo.

 

 

Ferdinand Heuberger
Ferdinand Heuberger wurde 2003 in Darmstadt geboren. Dort besucht er die 9. Klasse der Edith-Stein-Schule, deren Schulorchester er jahrelang musikalisch unterstützt hat. Seit seinem vierten Lebensjahr nimmt Ferdinand Posaunenunterricht, seit 2013 bei Markus Wagemann. Beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ nimmt Ferdinand seit 2012 jährlich in der Wertung „Posaune“ teil und hat in jedem Jahr eine Weiterleitung erhalten. 2017 hat er bei Arne Gieshoff den ersten Unterricht in Kompositionskunde genommen.
Außerdem erhält er seit 7 Semestern theoretischen Unterricht bei Alois Bröder an der Akademie für Tonkunst Darmstadt. Seit 2 Jahren nimmt Ferdinand Klavierunterricht. Seit 2017 ist er Mitglied im Landesjugendsinfonieorchester Hessen.

Sinfonie in einer Skizze
Als mein Kompositionslehrer mir von der Orchesterwerkstatt Halberstadt erzählte, hatte ich gerade ein Orchesterstück komponiert, das ich nun gern dort aufführen wollte. Da aber die Besetzung und die Dauer vorgegeben war, beschloss ich, aus meinem großen Stück ein eigenes kleines Stück zu extrahieren.
Ich übernahm skizzenhaft die Themenköpfe und Motive aus meinem ursprünglichen Stück und kam so auch auf den Titel. Dieser lässt vielleicht erwarten, dass die Partitur ebenfalls als Skizze verfasst sei. Doch mit Skizze ist in diesem Zusammenhang eben die Skizzierung des großen Stückes gemeint, aus dem ein eigenes, in sich abgeschlossenes, vollkommenes Werk entstanden ist.
Das Stück stellt eine Steigerung dar, von den Untiefen (Bassfigur am Anfang) zur Apotheose am höchsten Gipfel (Schluss). Das Werk erreicht seinen Höhepunkt an der Stelle des höchsten Aufruhrs und führt dann aber zur (inneren) Ruhe, in enger Verwebung der wichtigsten Motive und Themen (Bassfigur und Streicherdivisi).

 

Johann Jakob Rahmstorf
Johann Jakob Rahmstorf wurde 2005 in Hamburg geboren. Er hat von frühester Kindheit an im Chor gesungen und an der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg Klavier- und Trompetenunterricht erhalten (Klavier: Angelika Hofbauer; Trompete: Paul Muntean). Zusätzlich erhält er dort eine kammermusikalische Ausbildung in einer Leistungsklasse (Daphne Drischler-Posluschny). Eine weitere Liebe verbindet ihn zudem mit der Orgel, deren Spiel er sich autodidaktisch angeeignet hat, sodass er bereits Gottesdienste kirchenmusikalisch begleitet.
Kompositionsunterricht erhält Johann Jakob seit 2013 (Staatliche Jugendmusikschule Hamburg). Bei seinem Kompositionslehrer Thilo Jaques erlernt er außerdem das Dirigieren. Johann Jakob ist solistisch wie kammermusikalisch mehrfacher Preisträger im Landeswettbewerb „Jugend musiziert“. In diesem Jahr hat er sich in der Kategorie „Trompete solo“ erstmalig für den Bundeswettbewerb qualifiziert. 2016 hat Johann Jakob als Elfjähriger am 8. Kompositionswettbewerb Halberstadt teilgenommen und wurde für seine Komposition „Das alte Schloss“ mit dem Andreas-Werckmeister-Preis der Stadt Halberstadt ausgezeichnet. Im Jahr 2017 wurde „Fanfare“, eine Auftragskomposition zum 100-jährigen Bestehen des Posaunenchores der Melanchthonkirche in Hamburg Groß Flottbek,  uraufgeführt. 2018 hat er sein Werk „Szenen für vier Bläser und Kontrabass“ beim Kompositionswettbewerb „Opus One“ der Berliner Philharmoniker eingereicht; im Januar 2018 wurde es in der Berliner Philharmonie uraufgeführt.


Orchesterstück
Mein Orchesterstück ist mit vielen verschiedenen Klangfarben ausgeschmückt: Am Anfang wird ein Motiv durch Cello und Kontrabass vorgestellt, welches Sie immer wieder auf der musikalischen Reise begleiten wird. Nach diesen ersten Tönen des Orchesterstücks folgen kräftige Akkorde des gesamten Orchesters und ein leises, verspieltes Thema, das im Kanon nach und nach bis zur vollen Besetzung gespielt wird.
Aufeinander folgende Gespräche innerhalb der beiden Instrumentengruppen der tiefen Streicher und der Holzbläser werden klanglich durch das Horn miteinander verbunden. Hierauf kommt es zu kurzen Dialogen zwischen den verschiedenen Instrumentenfamilien der Streicher, Blechbläser und Holzbläser; an dieser Stelle hören Sie zum Beispiel wieder das Motiv des Anfangs, nun im Hintergrund, wenn es bei den Blechbläsern von der Trompete (mit Dämpfer) und bei den Streichern von Violine II und Viola erklingt. Die Gespräche münden in einen lauten Teil, in welchem sich das Tempo steigert. Plötzlich herrscht abrupt Ruhe. Die Streicher bringen nun mit ihren Dämpfern eine geheimnisvolle Stimmung zum Ausdruck. Die Pauke stellt mit zwei Tönen einen Rhythmus in den Raum, welcher auch von der Oboe für ihr Solo genutzt wird. Das Thema des Oboensolos klingt traurig und melancholisch. Der Kontrabass setzt im weiteren Fortgang einen zarten Bass unter die anderen Streicher. Ein zweites Mal erklingt das Thema im Kanon aller Holzbläser. Aus diesem langsamen Teil werden die Hörer herausgeführt durch die Geigen, welche nunmehr ohne Dämpfer wieder die Klänge des Anfangs spielen. Jetzt jedoch folgt ein Accelerando, das zum sehr lauten und kräftigen Schlusston führt.


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